Die Planeten im September
 
Merkur

Nach fast einem halben Jahr Abwesenheit zeigt sich der sonnennächste Planet Merkur endlich mal wieder am Morgenhimmel. Der zu Monatsbeginn rückläufige Planet wird am 4. wieder rechtläufig, ist aber zunächst noch langsamer als die Sonne. Am 12. steht Merkur schließlich in größter westlicher Elongation zur Sonne. Da der flinke Planet nur 3 Tage später durch seinen sonnennächsten Bahnpunkt eilt, liegt der Elongationsabstand mit 17,9° so ziemlich am unteren Ende, was an größter Elongation möglich ist. Da sich Merkur am Morgenhimmel aber rund 8° nördlicher im Tierkreis bewegt als die Sonne, kann er trotzdem gut gesehen werden.

Die erste, theoretische Sichtchance von wenigen Minuten bietet sich am 5. September. Durch die immer später aufgehende Sonne und die stetig zunehmende Merkurhelligkeit wächst die Sichtbarkeitsdauer von Merkur rasch an. Zwischen dem 13. und den 18. kann mit einer maximalen Sichtbarkeitsdauer von etwas mehr als 60 Minuten gerechnet werden. Danach wird Merkur schneller und holt die Sonne langsam wieder ein. Am 23. ist Merkur noch für rund 40 Minuten sichtbar. Zum letzten mal kann Merkur am 28. oder 29. für wenige Minuten gesehen werden. Die beste Phase der Sichtbarkeit, in der Merkur gut gesehen werden kann, ist zwischen dem 9. und 22. September. Gute Aufsuchhilfen sind die helle Venus rechts oberhalb von Merkur und die schmale, abnehmende Mondsichel am 18. und 19. September.

Am 16. ist Merkur dagegen selbst eine gute Aufsuchhilfe für den deutlich lichtschwächeren Mars, den er an diesem Tag mit weniger als einem Viertel Vollmonddurchmesser nördlich passiert. Der Merkuraufgang erfolgt am 5. um 5:37 Uhr, verfrüht sich bis auf 5:20 Uhr am 11. und 12. und verspätet sich bis zum 29. wieder deutlich bis auf 6:42 Uhr.

Planetenlauf Merkur von Juni bis September durch die Sternbilder Stier, Zwillinge, Krebs, Löwe und Jungfrau

Konjunktion Merkur / Mars morgens am 17. September
Mond mit Merkur, Mars und Venus am 19. September

Sichtbarkeitsdiagramm Merkur



Venus

Der hellste aller Planeten ist weiterhin Morgenstern. Zu Monatsbeginn noch im Sternbild Krebs, wechselt sie zu Beginn des 2. Monatsdrittels in das Sternbild Löwe. Dort läuft sie am 20. mit einem Vollmonddurchmesser nördlichem Abstand an Löwenhauptstern Regulus vorbei und nähert sich dem roten Planeten Mars, den sie diesen Monat aber noch nicht erreichen wird. Da die Venus die Sonne langsam einholt, schrumpft ihre Sichtbarkeitsdauer nun wieder leicht von 2 3/4 Stunden zu Monatsbeginn bis auf etwas mehr als 2 Stunden am Monatsende. Der Venusaufgang verspätet sich weiter von 3:44 Uhr am 1. über 4:23 Uhr am 15. bis auf 5:08 Uhr am letzten Tag des Monats.

Planetenlauf Venus von September bis Dezember durch die Sternbilder Jungfrau, Waage, Skorpion, Schlangenträger, Schütze und Steinbock

Mond und Venus abends am 18. September
Venuspassage an Regulus morgens am 20. September

Sichtbarkeitsdiagramm Venus



Mars

Mars tritt nun langsam am Morgenhimmel wieder in Erscheinung. Bei klarer Sicht kann der durch das Sternbild Löwe laufende Planet um den 10. herum erstmals wieder für wenige Minuten tief in der östlichen Morgendämmerung aufgespürt werden. Während sich der Marsaufgang kaum verändert (5:33 Uhr am 10. und 5:27 Uhr am 30. September), geht die Sonne immer später auf, was die Mars-Sichtbarkeitsdauer zum Monatsende hin bis auf rund eine Stunde anwachsen lässt. Die Marshelligkeit ist aber noch alles andere als aufregend und entspricht exakt der Polarsternhelligkeit. Gute Aufsuchhilfen sind am 16. der sonnennächste Planet Merkur, am 18. und 19. die schmale, abnehmende Mondsichel und im letzten Monatsdrittel die helle Venus, die sich Mars langsam von Westen her nähert.

Planetenlauf Mars von August bis zum Jahresende durch die Sternbilder Zwillinge, Krebs, Löwe und Jungfrau

Venus und Mars morgens am 30. September

Sichtbarkeitsdiagramm Mars



Jupiter

Jupiter verabschiedet sich nun vom Abendhimmel. Lediglich der immer früher untergehenden Sonne ist es zu verdanken, dass Jupiter noch während der ersten beiden Monatsdrittel gesehen werden kann. Mit Glück, Fernglas und klarer Sicht lässt sich am 5. vielleicht noch Jupiters dritte, rechtläufige und letzte Passage an Jungfrauenhauptstern Spica verfolgen. Zu Monatsbeginn kann der Riesenplanet unter günstigen Umständen noch 45 und am 10. noch knapp 30 Minuten gesehen werden. Eine der letzten Gelegenheiten, Jupiter noch einmal zu sehen, bietet sich bei klarer Sicht am 22. September mit Hilfe eines Feldstechers, wenn sich die schmale, zunehmende Mondsichel als Aufsuchhilfe anbietet. Der Jupiteruntergang verfrüht sich von 21:36 Uhr am 1. über 21:04 Uhr am 10. bis auf 20:28 Uhr am 20. September.

Planetenlauf Jupiter von Oktober 2016 bis September 2017 durch das Sternbild Jungfrau

Jupiterpassage an Spca abends am 5. September
Mondsichel mit Jupiter abends am 22. September

Sichtbarkeitsdiagramm Jupiter



Saturn

Der Ringplanet Saturn kann dagegen trotz seiner südlichen Stellung noch verhältnismäßig gut am Abendhimmel gesehen werden. Wenn es abends dunkel wird, hat auch er schon seine Höchststellung gerade hinter sich, kann aber zu Monatsbeginn noch 3 und zum Monatsende hin durch die immer früher untergehende Sonne immerhin noch etwas mehr als 2 Stunden gesehen werden. Der Saturnuntergang verfrüht sich nun in die Abendstunden von 0:16 Uhr am 1. über 23:18 Uhr am 15. bis auf 22:21 Uhr am letzten Tag des Monats.

Planetenlauf Saturn von Januar bis Dezember 2016 durch die Sternbilder Schlangenträger und Schütze

Mond mit Saturn abends am 26. September

Sichtbarkeitsdiagramm Saturn



Die Fernglasplaneten Uranus und Neptun

Uranus nähert sich seiner Oppositionsstellung und kann bereits die ganze Nacht über mit Aussicht auf Erfolg gefunden werden. Zu Monatsbeginn erreicht Uranus seine Höchststellung bereits vor dem Beginn der Morgendämmerung um 4:32 Uhr und am Monatsende knapp 2 Stunden früher. Dabei steigt Uranus Dank seiner weiter ansteigenden Deklination inzwischen mehr als 48° hoch über den südlichen Horizont.
Neptun steht am 5. in Opposition zur Sonne und kann während der 1. Monatshälfte noch die ganze Nacht über gesehen werden. Am Oppositionstag trennen uns 4329 Millionen km vom sonnenfernsten, bläulichen Planeten. Ab der Monatsmitte beginnt Neptun, sich vom Morgenhimmel zurückzuziehen. Am 15. erfolgt der Neptununtergang noch während der fortgeschrittenen Morgendämmerung um 6:16 Uhr, am letzten Tag des Monats bereits vor dem Beginn der Morgendämmerung um 5:15 Uhr.

Planetenlauf Uranus von Juni 2017 bis Ende Mai 2018 im Sternbild Fische
Planetenlauf Neptun von Mai 2017 bis Ende April 2018 im Sternbild Wassermann

Uranus und Neptun abends 30. September

Sichtbarkeitsdiagramme Uranus und Neptun